Aktuelle Verpflichtungen für Pferdehalter:

Kennzeichnung und Registrierung von Pferden

 

Nach der Verordnung (EG) Nr. 504/2008 vom 6. Juni 2008 dürfen Equiden (Pferd, Zebra, Esel und deren Kreuzungen) in der Europäischen Union (EU) nur gehalten werden, wenn sie identifiziert sind. Außerdem wurde die Identifizierung von Equiden auf nationaler Ebene in der Viehverkehrsverordnung (ViehVerkV) vom 3. März 2010 geregelt.

Das System der Identifizierung von Equiden umfasst ein lebenslang gültiges Dokument (Equidenpass), ein elektronisches Kennzeichen, das dem Tier implantiert wird (Chip) sowie eine Datenbank zur Speicherung von Informationen zum identifizierten Equiden (Registrierung der Tierhalter).

 

Kennzeichnung (Chippen):

 

Equiden, die ab dem 1. Juli 2009 in der Europäischen Union (EU) geboren werden, müssen mit einem elektronischen Transponder gekennzeichnet werden und erhalten einen Equidenpass. Die Identifizierung (Kennzeichnung mit einem Transponder, Ausstellung eines Passes und Erfassung in einer Datenbank) muss innerhalb eines halben Jahres nach der Geburt oder bis spätestens zum Ende des Geburtsjahres stattfinden. Nach der Kennzeichnung erhält jeder Equide einen Pass. Verantwortlich für die Identifizierung ist der Equidenhalter.

Equiden, die vor dem 1. Juli 2009 geboren wurden und keinen Equidenpass besitzen, müssen über einen Mikrochip gekennzeichnet werden. Die individuellen Daten des Pferdes und die des Chips werden in den Equidenpass eingetragen. Hier werden auch tierärztliche Behandlungen und die Eintragung als Schlachttier bzw. Nichtschlachttier vermerkt.

Beim Ausreiten muss der Pass nicht mitgeführt werden, wohl aber bei Transporten. Alternativ kann auch eine Smartcard im Scheckkartenformat mitgeführt werden, die alle nötigen Daten enthält.

Nicht im Verband organisierte Equiden (auch Esel und Zebras) erhalten den Equidenpass vorerst noch von der FN (Deutsche Reiterliche Vereinigung), zukünftig jedoch vom LKV Baden-Württemberg (Landesverband für Leistungsprüfungen in der Tierzucht e.V.). Weitere Informationen können vom Hoftierarzt bezogen werden.

Die aktive Kennzeichnung von Pferden oder Fohlen (Chippen) erfolgt durch das Einsetzen eines Transponders und wird vom Tierarzt oder vom Brennmeister des Pferdezuchtverbandes vorgenommen.

Besitzer von gechippten Pferden müssen bei Veranstaltungen dafür Sorge tragen, dass ein Lesegerät für den jeweiligen Chiptyp vor Ort ist, um die Identität des Pferdes feststellen zu können.

Neben dem Chippen und dem Equidenpass müssen alle Pferde in Zukunft auch in eine Datenbank eingetragen werden. Dies geschieht automatisch bei Ausstellung des Passes, eine Abmeldung bei Tod oder Schlachtung des Pferdes muss allerdings durch den Tierarzt oder den Besitzer vorgenommen werden.

Generell müssen alle Pferdehalter beim Veterinäramt des jeweiligen Landkreises gemeldet sein.

Registrierung der Tierhalter:

Pferdehalter – unabhängig davon, ob die Pferdehaltung privat oder gewerblich erfolgt – müssen sich als Tierhalter registrieren lassen. Das Antragsformular ist über das Veterinäramt beim Landratsamt Ortenaukreis zu beziehen (Download unter: http://www.ortenaukreis.de/media/custom/1619_254_1.PDF?loadDocument&ObjSvrID=1619&ObjID=254&ObjLa=1&Ext=PDF&_ts=1260861526

Die Erteilung der 12-stelligen Registriernummer (08317.......) erfolgt dann über den LKV Baden-Württemberg.

Wer lediglich Besitzer eines Equiden ist, muss sich die Registriernummer vom Tierhalter geben lassen, bei dem sein Equid untergestellt ist, da die Registriernummer eine Betriebsnummer darstellt.

Pferdehalter benötigen bereits jetzt beim Chippen ihres Fohlens und für die Erstellung des Equidenpasses diese Registrierungsnummer. Es wird deshalb dringend angeraten, sich umgehend als Tierhalter registrieren zu lassen. Wer sich weigert, muss mit einem Bußgeld rechnen.